Digital Storytelling, Essbare Stadt, Gutes Leben, Mobilität, Veedelstreffen, Vringsveedel
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Virtueller Veedels-Spaziergang durchs Vrings- und Pantaleonsviertel

„Das ist wie in einem Computer-Spiel”, sagte einer der Teilnehmer unseres virtuellen Veedels-Spaziergangs am 19. April 2020. Und ein bisschen fühlt es sich wirklich so an. Aktions-Koordinatorin Gabi Linde – ausgestattet mit Smartphone, Kopfhörer und Fahrrad – war für uns im Vrings- und Pantaleonsviertel unterwegs – 17 Teilnehmer*innen saßen in ihren Küchen, Wohnzimmern oder auf der Couch vor ihren Bildschirmen (oder backten nebenher Kuchen :)) und verfolgten die Route des Spaziergangs mit.

Weitere Zuschauer*innen guckten an diesem Sonntagvormittag um 12 Uhr bei Facebook-Live zu. Das gesamte Video könnt ihr bei Facebook noch nachträglich ansehen.

„Was wir als analogen Spaziergang geplant haben, mussten wir kurzerhand auf Grund von Kontaktbeschränkungen umdenken”, so Gabi Linde. Denn diese gelten in Deutschland wegen der weltweiten Coronavirus Pandemie seit 22. März 2020 bis auf unbestimmte Zeit.

Gabi Linde (2. Reihe, rechts) war als einzige aus der Gruppe vor Ort und führte durchs Veedel.

Doch ein solches Format kann auch digital funktionieren! Die Aktionspartner*innen aus dem Projekt, die schon Aktions-Lücken geplant und per Antrag bei uns und der Stadt Köln eingereicht haben, waren per Video-Konferenz-Tool Zoom dazugeschaltet und konnten immer dann, wenn Gabi Linde live vor Ort war, den anderen Teilnehmer*innen mehr über ihre geplante Freiraum-Lücke erzählen. Los ging’s am Bürgerhaus Stollwerck mit:

Geh-Meditation und Abhärtung auf dem Barfußpfad

Tanja und Judith planen in der (Park)-Lücke am Bürgerhaus Stollwerck einen Barfußpfad – ganz nach dem Kneipp-Prinzip: „Das beste Abhärtungsmittel, um das Immunsystem zu stärken, ist das Barfußgehen.” Mit Geh-Meditationen, Fuß-Massagen und einem bunten Rahmenprogramm möchten sie die Passant*innen dazu ermuntern das Auto stehen zu lassen und zu Fuß zu gehen. „Wir hoffen, dass wir unsere Idee auf Grund der sich veränderten Situation wegen Corona, so wie geplant umsetzen können”, meinte Tanja.

Erlebbares Wohnzimmer auf der Straße: MuKuTaThe-Werkstatt

Gleich daneben befindet sich die Aktions-Lücke der MuKuTaThe-Werkstatt (Werkstatt für Musik, Kunst, Tanz, Theater e.V.). Aktionspartnerin Özlenim erklärte die geplante Aktions-Lücke ihres Vereins so: „Wir möchten Lebensraum von innen nach außen auf die Straße tragen.” Man kann sich seinen Lieblingsraum mit Klebeband auf dem Boden abstecken und es sich dort dann gemütlich machen. Daneben wird es Tanz-Aufführungen geben. „Ich bin zuversichtlich, wir hoffen, dass viele vorbeikommen und mitmachen.”

Mobile Lücke: Theater SternKundt

Ulrike Kundt und Joachim Stern haben das mobile Puppentheater SternKundt gegründet. Die beiden Aktionspartner*innen wollen einen historischen Fahrrad-Anhänger in eine Theaterbühne umbauen – und so eine mobile Lücke gestalten. „Kunst und Kultur sollen wieder nach draußen gebracht werden – mit Puppentheater oder einem Speakers Corner”, erklärte Gabi Linde stellvertretend für die beiden. Eine kurze Fahrradfahrt entfernt, wartete schon Laura auf einer bunten Bank vor ihrem Haus auf Gabi.

Kre_ativ_e Lü_cke – Ort der Nachbar*schaft

Die Hausgemeinschaft „Bunte Bank” plant verschiedene Angebote für und mit Nachbar*innen und Schüler*innen in ihrer „Kre_ativ_e Lü_cke – Ort der Nachbar*schaft”: So soll es einen Bücherschrank geben, eine ‚Witze-Kiste‘ und Food-Sharing-Möglichkeiten: „Wir wollen einen Ort der Begegnung und der Nachbarschaft bauen. Man kann hier Bücher, die Ernte aus dem Garten, gerettete Lebensmittel oder Witze tauschen. Außerdem wollen wir Nachbarschaftspicknicks veranstalten oder einfach zusammensitzen,” erklärte Laura, eine der Aktions-Partnerinnen. Gemeinsam mit ihrer Mitbewohnerin Kathi hat sie schon in Eigeninitiative Nachbarschaftstreffen veranstaltet und einen Blog erstellt:
https://kreativeluecke.wordpress.com/

Parklücke vor „Das Ohr”: Kollektiv Köln spricht

Ob die geplante Lücke vor dem Veranstaltungsort „Das Ohr” vom Kollektiv „Köln spricht” mit Unterstützung von Mitwirkenden aus dem Ohr wie geplant bespielt werden kann, ist noch nicht sicher – aber es gibt erste Ansätze. Im „Das Ohr” haben bisher unsere Veedels-Werkstätten stattgefunden. Hier bieten wir Nachbar*innen und Anwohner*innen einmal im Monat einen Ort an, um sich auszutauschen und weiter an ihren Projekten zu arbeiten. Seit der Kontaktsperre haben wir auch die Veedels-Werkstatt in den digitalen Raum verlagert.

Kartäuserkirche: Sichtbar machen, was hinter der Klostermauer geschieht

Das virtuelle Spotlight wurde als nächstes auf Tim gelegt: „Ich habe das Gartenprojekt ‚Lasset uns beeten‘ an der Kartäuserkirche gegründet. Wir gärtnern gemeinschaftlich und nachhaltig – allerdings bisher hinter den Mauern des alten Klosters.” Das soll sich jetzt ändern: „Wir wollen das, was hinter den Mauern geschieht, nach außen auf die Straße tragen”, sagte Tim. Die Lücke liegt direkt vor der Kita und beim Krankenhaus, sodass Eltern oder Angehörige dort sitzen und verweilen können, während sie auf ihre Kinder warten. „Wir möchten auch essbare Pflanzen anbauen und haben schon Holz für die Aufbauten und Pflanzkisten gekauft.”

Tim zeigte den Teilnehmer*innen, was die Aktiven der Kartäuserkirche in ihrer Lücke geplant haben.

Weiter ging es ins Pantaleonsviertel: „Wir wollten bewusst beide Veedel ins Projekt mit einbeziehen”, erzählte Gabi Linde, während sie sich auf den Weg ins Pantaleonsviertel machte.

MIP: Miteinander im Pantaleonsviertel

Die Aktionsteilnehmerin Sabine war zwar per Video zugeschaltet, aber es gab technische Probleme – also wurde kurzerhand improvisiert und Gabi Linde berichtete mehr zur geplanten Lücke: „Die Mitglieder des MIP setzen sich dafür ein, dass alle mit einbezogen werden. Am Martinsfeld wurden zwei Parklücken zur Umgestaltung beantragt. Hier sollen Bänke hinkommen, damit ein Ort der Begegnung entsteht.” Es ist ein schönes Zeichen, um auch das Pantaleonsviertel zu beleben, da es hier nur wenig öffentliche Treffpunkte gibt.

RRS: „Grüne Pause” im Richard-Riemerschmid-Berufskolleg

Obwohl sie beim virtuellen Veedels-Spaziergang nicht dabei sein konnten, haben wir zum Schluss noch die Lücke des Richard-Riemerschmid-Berufskollegs besucht – Veedelskoordinatorin Luca übernahm den Part: „Die Aktiven hier planen einen ‚Grünen Pausenraum‘: Sie möchten eine grüne Insel bauen und zum Sitzen, Spielen, Lesen einladen – sowohl in den Schulpausen als auch am Wochenende oder nach Schulschluss.”

Großes Dankeschön an alle Teilnehmer*innen

Wir sind begeistert, dass die Aktionspartner*innen auch trotz der ungewissen Lage, weiterhin so engagiert an ihren Lücken arbeiten und planen. Wir hoffen, dass wir bald so richtig starten können. Bis dahin sehen wir uns im virtuellen Raum und versuchen die Nachbarschaftsarbeit trotzdem weiterhin voranzutreiben. Dass wir damit richtig liegen, bestätigt auch dieser nette Kommentator bei Facebook: „Schön, dass ihr so ein Format trotz der Lage auf die Beine stellt!! Big Thanks!”

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Foto ganz oben: B. Hofmann 2020

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