Gutes Leben, Über uns
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Die Agora Köln und das Geld.

Eine Erklärung zu den Finanzen der Agora Köln und dem “Tag des guten Lebens 2014”.

Und weil’s so viele Fragen gibt, gibt’s auch viele Antworten und der Text ist recht lang geworden. Wenn Euch trotzdem was fehlt – sagt Bescheid.

1. Wieviel kosten die Tage des guten Lebens 2014?

Der Tag des guten Lebens ist ein umfangreiches und anspruchsvolles Projekt. Das gilt nicht nur für den politischen Anspruch und die Vielzahl an Personen, die wir erreichen und zusammenbringen wollen. Sondern auch für die Erledigung der “harten” Jobs – Logistik, Genehmigungen, Finanzen, Technik – die erledigt werden müssen, damit der Tag stattfinden kann.

All das hat Auswirkungen auf die Kosten.

Zum einen gibt es eine Reihe an Sachkosten, an denen wir nicht sparen können oder aufgrund von Auflagen nicht dürfen. Die genauen Kosten stehen noch nicht fest – wir verhandeln noch Angebote und warten auf Auflagen. Dabei geht es um die folgenden Punkte, wir rechnen mit insgesamt etwa 20.000 Euro pro Viertel:

  • Erstellung eines Verkehrszeichenplans;

  • Ordner für den ordnungsgemäßen Auf- und Abbau von Verkehrszeichen, darunter 200 Halteverbotsschilder sowie die Anfertigung einer entsprechenden Planung und Dokumentation;

  • Abschluss einer Veranstalterhaftpflicht;

  • Die Beauftragung von Sanitätsdiensten;

  • Professionelle Ordner an den Hauptein- und ausgängen sowie für zentrale Punkte;

  • Der Kauf von Warnwesten für die ehrenamtlichen Ordner;

  • Druck und Verteilung von Infoschreiben für alle Haushalte;

Darüber hinaus fallen eine Reihe von Aufgaben an, die wir als Agora erledigen müssen, damit der Tag ordnungsgemäß stattfinden kann. Ein großer Teil der Aufgaben wird ehrenamtlich übernommen, für einen Teil zahlen wir Honorare (siehe unten).

Zur Info – 2013 sah die grobe Aufteilung der Kosten wie folgt aus:

TDGL Ausgaben 2013

Darin enthalten sind zum einen die Kosten für den Tag an sich – aber auch allgemeine Aktivitäten der Agora Köln wie ein Klausurwochenende im April 2013 (im Haus Marienberg, Katzwinkel Sieg), auf dem Vorarbeiten für den Tag des guten Lebens geleistet wurden.

Wir bemühen uns die Kosten möglichst niedrig zu halten – indem wir Vergleichsangebote einholen, Angebote nachverhandeln und versuchen, die Auflagen des Ordnungsamtes “im Rahmen” zu halten, mit Sachspenden und -Sponsoring arbeiten, Partnerschaften mit Institutionen aus dem Viertel eingehen – wie dem Atelier Colonia, dem Allerweltshaus, dem Veedelfunker oder der Ecosign in Ehrenfeld, und dem JUZI, dem Schillergymnasium, der Galerie Frei oder dem Tersteegenhaus in Sülz. Auch unser Absperrdienstleister, CineBlock, ist uns finanziell entgegengekommen. Trotzdem bleibt am Ende eine Reihe Kosten übrig.

2. Ist das viel oder wenig Geld?

Auch einzelne Straßenfeste kosten, allein für Absperrungen und sonstige Sachkosten, schnell mehrere tausend Euro. Wir sperren nicht eine, sondern 25 Straßen, in Ehrenfeld, bzw. 30 Straßen in Sülz ab – die Kosten sind in der Höhe vergleichbar. Manche Sachen sind günstiger und einfacher, andere kosten mehr, zum Beispiel das Sperren von Straßen an Eingängen zu großen Straßen mit Tempo 50 oder Tempo 70 wie der Inneren Kanalstraße oder dem Gürtel. Auch müssen bei einem Projekt mit dem Umfang gewisse Dinge professionell und mit Erfahrung erledigt werden, insbesondere bei der Straßensperrung. Das kostet.

Gerechnet pro von der Polizei geschätztem Besucher haben wir letztes Jahr circa 60 Cent ausgegeben. Ein Kinoticket, für 100 Minuten, kostet schnell 10 Euro / Person. Jedes Opernticket wird mit hunderten Euro subventioniert. Im Vergleich ist der Tag des guten Lebens extrem günstig.

3. Woher kommt das Geld für die Tage des guten Lebens?

Aus verschiedenen Quellen – weil wir uns nicht abhängig machen wollen, weder von Spenden noch von Sponsoren noch von Stiftungen.

2013 war die Aufteilung wie folgt:

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Als Vereinbarung gilt auch: Die Viertel sammeln einen Anteil von 12.000 Euro an den geschätzten Sachkosten von 20.000 Euro – durch Zuschüsse der BV, aus Spendendosen, über betterplace und mit Unterstützer-Stickern. Die Agora Köln, insbesondere das Kern-Orga-Team, sammelt den Rest – für die volle Deckung der Sachkosten sowie der Honorare. Ohne die Mittel aus den Veedeln hätten wir den Tag 2014 nicht in zwei Vierteln stemmen können – wir brauchen das Geld wirklich.

4. Wer entscheidet über die Kosten?

Alle Kosten werden vom Beirat beschlossen. Rechtliche Vertreter_innen des Institut Cultura 21 e.V. unterschreiben die Verträge – und haken bei Fragen nach und können natürlich auch Unterschriften verweigern, wenn Kosten nicht gerechtfertigt oder nachvollziehbar sind, oder diesen keine Einnahmen entgegenstehen. Im Ernstfall heißt das, dass wir bei fehlenden Einnahmen einen oder beide Tage des guten Lebens absagen müssen.

5. Wer organisiert all das?

Der Tag des guten Lebens wird von einer großen Menge an Leuten getragen – die als Mitglieder von Koordinierungskreisen in den Veedeln, als Straßenansprechpartner und als aktive Nachbarn den Tag unterstützen und für den Tag werben. Der überwiegende Teil der Arbeiten wird ehrenamtlich geleistet – am Wochenende, Abends, tagsüber, mit viel Energie und Kompetenz.

Im Kern gibt es eine Team, das organisatorisch die Fäden zusammenhält und teilweise für sein dauerhaften, verbindliches Engagement Honorare erhält. Zu diesen Aufgaben gehört:

  • Der Kontakt zu Ordnungsamt, die Aufbereitung der Stellpläne für das Amt, die Beantragung und Verhandeln von Genehmigungen und die Verhandlungen mit und Beauftragung von Dienstleistern;

  • Die Buchhaltung und die Verwaltung der Finanzen

    • Erfassung Belege Sülz und Agora insgesamt, Erstatten von Ausgaben und Begleichen von Rechnungen

    • Akquise der zentralen Sponsoren und Ausstellung von Sponsoring-Rechnungen,

    • Aufbereiten der Daten für Spendenquittungen,

    • Anträge und Abrechnungen für Stiftungen

    • Erstellung der Jahresbilanz für alle Bereiche;

  • Aufbau und Pflege der Online-Plattformen, Abstimmen von Inhalten (auch Richtung Ordnungsamt), Erstellung von entsprechenden Druckmaterialien (Infozettel);

  • Das Verhandeln politischer Unterstützung für eventuelle neue Tage des guten Lebens sowie der Aufbau der Netzwerke in neuen Vierteln.

In den hier genannten Bereichen sind 2013 über einen Zeitraum von 12 Monaten insgesamt 27.845 Euro Honorare bei ca. 10 Personen angefallen – circa 2320 Euro pro Monat. Dies beinhaltet teilweise die Zahlung von MwSt. Alle Honorarvertragsnehmer_innen sind Freiberufler_innen und müssen daher alle bei ihnen anfallenden Steuern und Versicherungen selbst tragen.

6. Wie ist das Verhältnis zwischen Ehrenamt und Honorarkräften?

Die überwiegende Arbeit wird von ehrenamtlichen Kräften erledigt, von einer unglaublichen Menge an hoch motivierten und hoch qualifizierten Menschen.

Warum dann überhaupt Honorare? Weil einige Aufgaben unangenehm, zeitfressend und “nicht aufteilbar” sind, aber trotzdem zuverlässig erledigt werden müssen. Und weil wir gemerkt haben, dass wir Honorare zahlen müssen, damit die ehrenamtlich engagierten Kräfte eine gute Basis und gute Voraussetzungen für Ihre Arbeit haben.

Die Honorarvertragsempfänger_innen selber engagieren sich normalerweise weit über ihren Honorarvertrag hinaus – vor, nach und während ihrer Zeit als Honorarkraft. Keiner der Honorarvertragsnehmer arbeitet wegen des Honorars für die Agora – sondern weil wir daran glauben, dass wir mit dem Tag des guten Lebens in Köln etwas bewegen können. Die Honorarverträge sind von daher eher eine Entschädigung für anderweitig entgangenes Einkommen – manche von uns arbeiten Vollzeit an dem Projekt, andere 2-3 Tage / Woche und auch “wir” müssen Miete, Krankenversicherung und Essen bezahlen

Es gibt auch Unterschiede nach Veedeln. Einige der Aufgaben die wir in Sülz bezahlen werden in Ehrenfeld ehrenamtlich von Nachbarn übernommen – zum Beispiel die Erstellung von Printmaterialien oder die Erfassung der Belege und lokalen Einahmen. In Sülz werden diese Aufgaben teilweise bezahlt, hier sind wir noch nicht so stark im Viertel verankert.

Ein neues Veedel “aufzubauen” erfordert Kraft, Durchhaltevermögen und Erfahrung – und ist weniger motivierend, als sich mit den eigenen Nachbarn für Aktionen am Tag selber zusammen zu tun. Wir wollen “wachsen” und mehr Leute mit autofreien Aktionen erreichen, deswegen haben wir zum Beispiel Honorargelder in den Aufbau der Strukturen in Sülz investiert.

7. Wer steckt dahinter und mit welcher Agenda?

Die Agora Köln und das sie tragenden Institut Cultura 21 sind keinen externen Interessen, Ideologien oder Weltanschauen verpflichtet, und wir sind weder religiös noch parteilich gebunden.

Von den einzelnen Mitglieder und Aktiven sind einige religiös, einige religions-kritisch, manche sind Mitglieder von Parteien, andere parteien-kritisch, manche leben vegan, andere essen Fleisch, die meisten fahren eher Rad als Auto, manchen lieben die sozialen Medien und andere sind eher skeptisch. Wir sind Freiberufler, Angestellte, Künstler, Beamte, Lehrbeauftrage, Pensionierte und Studierende. Wir sind – ein “bunter Haufen”, der sich für alternative Mobilität, mehr Nachbarschaft, mehr Bürgerbeteiligung und eine zukunftsfähige Stadtentwicklung einsetzt. So vielfältig wie das Netzwerk aus 120 Organisationen aus Umweltbewegung, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Kultur, das uns trägt.

8. Wer entscheidet über Honorare?

Über die Honorare entscheidet der Beirat der Agora Köln. Dieser wird auf den Netzwerktreffen der Agora Köln gewählt – auf denen alle der momentan 120 Mitglieder (LINK) jeweils eine Stimme haben. Auch die Veedel sowie die Arbeitskreise der Agora Köln haben hier eine Stimme – so wurde das Veedel in Sülz zum Beispiel durch Rolf Schneidereit, das in Ehrenfeld durch Florian Roll oder Surk-ki Schrade vertreten.

Der Beirat entscheidet, wer für welche Aufgaben in welchem Umfang Honorare bekommt. Hierfür wird im allgemeinen vor dem Beiratstreffen eine Beschlussvorlage eingestellt. Diese basiert auf den Bedürfnissen in den Vierteln und den anstehenden Aufgaben, umfasst Zeitraum und Entlohnung sowie die zu erledigenden Aufgaben.

Für 2014 haben wir einen Stellenplan erstellt – und die Aufgaben nach kritischen, wichtigen und weniger wichtigen Aufgaben katalogisiert. ‘Kritische’ Aufgaben müssen erledigt werden, um den Tag durchführen zu können – diese entlohnen wir zumindest teilweise in jedem Fall. ‘Wichtige’ Aufgaben sollen entlohnt werden, wenn die Stiftungsförderung dies zulässt – um den Tag professionell und solide durchführen zu können. Nicht nur 2014, sondern perspektisch auch noch mit Energie in den Folgejahren. Der Honorarplan war die Basis für die Antragstellung bei Stiftungen sowie für die Ausstellung neuer Honorarverträge.

Wichtig ist noch, dass diese Honorare nicht aus Spenden oder lokalem Sponsoring bezahlt werden – sondern aus zweckgebundenen Stiftungsgeldern sowie zentralen Spenden für die Agora Köln sowie von größeren Sponsoren aus dem öko-sozialen Bereich.

9. Ist der Tag schon finanziert?

Der Tag ist momentan (24. Juni 2014) noch nicht finanziert – es gibt noch eine relativ große Lücke.

Dies liegt auch aber nicht nur daran, dass eine größere Stiftungsentscheidung noch aussteht. Deswegen, und auch bei Zusage der Stiftung, ist der 12.000-Euro-Beitrag aus den Vierteln enorm wichtig. Momentan geht es um die Sachkosten, mindestens 12.000 Euro, sowie bei den Förderanträge der Agora noch um Teile der als “kritisch” angesehenen Honorare.

10. Was passiert mit Überschüssen?

Momentan ist der Tag, wie gesagt, noch nicht finanziert. Wir hoffen natürlich, dass uns das alles gelingt. Und weil die Kosten erst im Nachhinein feststehen und wir bei einzelnen Posten auch mal über unseren Schätzungen liegen, planen wir mit einem kleinen Puffer.

Wenn die Viertel mehr als 12.000 Euro sammeln, wird das Geld für einen Tag des guten Lebens 2015 im Viertel zurückgelegt. Sollte dieser Tag nicht stattfinden werden wir mit den aktiven Viertelteams schauen, ob und wofür wir dieses Geld einsetzen.

Wenn insgesamt ein Überschuss verbleibt, muss dieser nach den Regeln des Vereinsrechts zeitnah und für Vereinszwecke ausgegeben werden.

Letztes Jahr hatten wir einen Überschuss nach allen Rechnung zum Tag des guten Lebens 2013 von ca. 10.000 Euro. Diesen Überschuss haben wir verwandt für

  • Sachkosten rund um unsere drei Mobilitätsgipfel (Raummiete, Wasser);

  • die Vorlaufarbeiten zum Tag des guten Lebens in Sülz (Flyerdruck, Nachbarschaftstreffen, 1 Honorarvertrag an 1 Person); und

  • die Stiftungsabrechnung und Erstellung und Prüfung der Überschussrechnung 2013 (1 Honorarvertrag für Erstellung, 1 Honorarvertrag für Prüfung).

Der Rest des Überschusses wird für die Finanzierung des Tag des guten Lebens 2014 eingesetzt.

11. Wer kontrolliert die Finanzen?

Alle Zahlungen laufen über Konten des Institut Cultura 21 e.V.. Bareinnahmen, zum Beispiel Spenden, Eintritte oder Einnahmen aus Getränkeverkauf, werden zeitnah und unter Einhaltung des 4-Augen-Prinzips auf die Konten des Institut Cultura 21 e.V. eingezahlt. Es gibt keine Barkasse und es werden keine Auszahlungen (z.B. Erstattung von Kosten oder Zahlung von Honoraren) in Bar vorgenommen. Somit sind alle Einnahmen auch im Nachhinein nachvollziehbar und rechtssicher dokumentiert.

Es gibt drei Konten – ein generelles der Agora Köln und je zwei für die Veedel. Auf den Veedelskonten wir der Stand und Fortschritt in Richtung der “12.000” nachgehalten. Sie stellen auch sicher, dass das Geld für keine anderen Zwecke ausgegeben wird.

Die Belege sowie die Überschussrechnung 2013 wurde erstellt von Martin Herrndorf und geprüft von Sabrina Cali, im Auftrag der Agora Köln, sowie der Kassenprüferin des Instituts Cultura 21 e.V., Lena Felde. Rolf Schneidereit war bei der zentralen Durchsicht der Unterlagen als “fünftes und sechstes Auge” zugegen. Es gab keine Auffälligkeiten – es wurden verschiedene Empfehlungen zur Verbesserung der Buchhaltung etc. in 2014 gemacht. Teilweise sind diese umgesetzt, teilweise arbeiten wir daran.

12. Und was hat es gebracht?

Trotz eines mehrere Jahre alten Ratsbeschlusses gab es 2012 und in den Jahren davor keinen autofreien Sonntag in Köln – 2013 gab es einen, 2014 soll es zwei “Tage des guten Lebens” geben. Organisiert aus der Zivilgesellschaft, 2013 mit extrem guten Zuspruch und einer tollen Stimmung. Und auch 2014 laufen die Arbeiten in den Viertel gut – in beiden Vierteln profitieren wir vom Erfolg des Tages 2013, aber in Sülz müssen wir mehr Aufbauarbeit leisten.

Und ehrlich gesagt: Wenn die Leute auf den Straßen sind und sich ihren Freiraum erobern, das Lächeln noch in den Tagen danach, die Initiativen und Aktivitäten, die all das mittlerweile angestoßen hat: Das ist der beste Lohn für jede Arbeit, Honorar hin oder her, und dafür möchten wir gemeinsam arbeiten.

13. Ich habe immer noch Fragen!

Gerne – per Email an finanzen@agorakoeln.de, per Anruf bei der Hotline oder als Kommentar, am Liebsten mit Namen oder auch anonym, im unten stehenden Kommentarfeld.

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