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Niko Paech im Jack Who

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Jack in the Box und JackWho schließen, doch bevor nach fast 5 Jahren die Bagger rollen und sie sich vom alten Güterbahnhof in die neue Location Abenteuerhallen Kalk verabschieden, forderten sie am 15. Oktober 2016 noch einmal dazu auf, gemeinsam mit dem Experten Niko Paech und einigen Kölner Nachhaltigkeitsinitiativen darüber nachzudenken, wie eine Gesellschaft der Postwachstumsökonomie aussehen kann.

Über 300 Menschen besuchten das JackWho an diesem Abend. Den Auftakt machten die Kölner Initiativen, zunächst die Gemüsekoop, die demnächst auf 2 ha Land bei Widdersdorf ökologisches Gemüse anbauen möchte. Dies wird im Rahmen einer Solidarischen Landwirtschaft geschehen. Dieses ist ein alternatives Wirtschaftsmodell, bei dem Menschen und Hof eine Gemeinschaft bilden, in der Anbau, Ernte und Risiko gemeinsam getragen werden. Für die Herstellung von gesundem und vielfältigem Gemüse, das regional und saisonal angebaut wird, sucht die Gemüsekoop noch interessierte LandwirtInnen und Fachfremde, die Lust haben mitzuhelfen und mitzubestimmen.

Dabei war auch Gregor von Tante Olga mit einer Geschichte dazu, wie Olga, Dinah und er sich von den Ansätzen der Zerowaste-Bewegung haben inspirieren lassen, Müll zu reduzieren und den ersten Unverpacktladen Kölns zu gründen. Ab November wird es hier unverpackte, trockene Bio-Lebensmittel sowie alternative Kosmetikprodukte, praktische Haushaltsgegenstände und ökologisches Büromaterial zum Selberabfüllen geben.

Auch Martin von der Agora Köln hat zum Thema Postwachstum einiges beizusteuern – wie der Tag des guten Lebens dazu passt und wieso Eure Unterschriften für einen “Boulevard Ehrenfeld” dazu beitragen können, erfahrt Ihr hier. 140 neue Unterschriften gewann die Agora an diesem Abend, das Ziel liegt insgesamt bei 5000.

Die Sozialistische Selbsthilfe Mülheim, eine Gruppe, die zunächst aus einer Hausbesetzerbewegung entstanden ist und sich dann zu einem beispielhaften Wirtschaftsmodell für weitgehende Selbstversorgung, gemeinsame Produktionsmittel und Nachhaltigkeit entwickelt hat, stellte sich vor und machte auf ihr neues Projekt, das Contraste Magazin für die Selbstversorgung, aufmerksam.

Im Licht dieses Engagements, sprach Niko Paech schließlich die “Einladung zur Produktivitätsverweigerung” aus. Zunächst bezeichnete er die vorgestellten Initiativen als lobenswerte Schablonen und Experimentierfelder für die künftige Lebensgestaltung. In einer Zeit, die gezeigt hat, dass die Idee eines nachhaltigen wirtschaftlichen Wachstums nur schwierig realisiert werden kann und Wachstum kein Garant für Stabilität und soziale Si­cherheit ist, in der Ressourcen knapp werden und der Verdacht sich erhärtet, dass Geld nicht glücklich macht, kann die Ausgestaltung einer “Postwachstumsökonomie” zu einem Rückbau arbeitsteiliger, geldbasierter und globalisierter Versorgungsmuster beitragen.

Suffizienz, eine Beschränkung des Konsums, und urbane Subsistenz, das Selberanbauen von Nahrungsmitteln und Reparieren bereits vorhandener Dinge, können für eine Umstrukturierung des Industriesystems bedeutsam werden. Aus Konsumenten werden dabei souveräne Prosumenten, die mittels reaktivierter Subsistenzressourcen (z. B. Handwerk) zur gemeinschaftlichen Versorgung beitragen. Ermöglicht wird dies auch durch die Verkürzung der Arbeitszeit, die eine Zuwendung zur Arbeit für die Gemeinschaft ermöglicht. Die Postwachstumsökonomie ist außerdem durch Sesshaftigkeit gekennzeichnet, also durch Glück ohne Kerosin und reduzierten Ausstößen von Treibhausgasen.

Quelle des Fotos: Friedensbildungswerk Köln

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